Ist unser Foliengewächshaus frostfrei?

Hallo meine Lieben, wie angekündigt, werde ich von Zeit zu Zeit Update posten, ob und wie es im Winter um mein Gewächshaus steht.

Noch einmal zum Setup. Ich habe eine Holzkonstruktion erstellt, die auf Betonplatten steht. Anstelle von Doppelstegplatten, habe ich mich aus Kostengründen für eine Gewächshausfolie entschieden.

Mit der Zeit wurde es immer kälter und eine 240 Watt Heizung*, Thermostat*, Lüfter* und Thermometer* fanden ihren Weg ins Foliengewächshaus.

Generell kann ich die Aussage treffen, dass, wenn es bedeckt ist und keine direkte Sonne ins Gewächshaus scheint, der Temperaturunterschied zur Außen ca. 3 Grad beträgt.

Winterschutz

Die Mindesttemperatur im Gewächshaus ist mit 5 Grad definiert. Sobald die Temperatur darunter fällt, registriert der Thermostat* dieses und lässt den Strom zur Heizung* fließen. Die Lüfter sind auf die Heizung gerichtet, um die warme Luft im Gewächshaus zu verteilen.

Sobald die eingestellte Temperatur erreicht ist, schaltet sich die Heizung wieder aus. Das siehst du hier am aufgezeichneten Zick-Zack-Kurs:

Aber bis zu welcher Temperatur funktioniert das?

Das habe ich mit Hilfe von Thermometern herausfinden können. Solange die Außentemperatur maximal -1,25 Grad beträgt, kann die Heizung die Temperatur von 5 Grad im Gewächshaus halten. Nicht sonderlich gut, wenn man bedenkt, dass der Winter noch kommen wird.

Wir hatten jetzt in Nürnberg am 06.11.2020 einen ziemlichen Temperatursturz und die das Thermometer zeigte über einen längeren Zeitraum eine Temperatur von -4,69 Grad an. Ein kleiner Härtetest für mein Gewächshaus. Schließlich muss eine Temperaturdifferenz von 9,69 Grad überbrückt werden!

Das Ergebnis ist zum einen erfreulich zum anderen muss ich mir noch zusätzliche Gedanken machen, denn ich erwarte im Januar/Februar auch Temperaturen von mindestens -8 Grad nachts.

Der Kampf gegen den Winter

Wie du auf dem Foto erkennen kannst, konnte die Heizung, wie am Tag zuvor, die Temperatur bis -1,25 Grad konstant halten. Aber die Außentemperatur sank immer weiter bis sie dann um 8 Uhr Morgens ihren Minimalwert von -4,69 Grad erreichte.

Nach der roten Umkreisung der blauen Linie geht diese noch einige Zeit gleichmäßig horizontal, obwohl die Außentemperatur weiter sinkt. Hier erkennt man, dass die Heizung durchgehend in Betrieb war. Dafür braucht es also einer Außentemperatur von -1,75 Grad und die Heizung kann die Temperatur im inneren auf 4,5 Grad halten.

Jetzt sank die Temperatur immer weiter und die Heizung kam nicht mehr dagegen an. Am kältesten Punkt konnte die Heizung die Temperatur im Inneren bei 2,75 Grad Celsius halten, Außen waren es -4,69 Grad Celsius. Die Differenz betrug also 7,44 Grad. Und das nur isoliert mit Gewächshaus- und Noppenfolie.

Die Kosten für den ersten Härtetest

Was natürlich noch sehr interessant ist: die Kosten.

Die Heizung ging am 05.11.2020 um 19:36 Uhr an und schaltete sich am 06.11.2020 um 10:06 Uhr aus. Sie war also 14 Stunden und 40 Minuten in Betrieb.

Die Leistung der Heizung* beträgt 240 Watt und das bedeutet, dass sie insgesamt 3,52 kW verbrauchte.

Unser Strompreis beträgt 0,276 EUR. Multipliziert mit dem Verbrauch hat mich diese Nacht 0,97 EUR gekostet.

Verbesserungen

Selbstverständlich will ich es besser machen, effizienter. Daher habe ich mir überlegt, was ich noch anstellen kann, was kostengünstig ist und effizient ist.

Zum Beispiel kaufte ich noch ca. 40 Liter Blumenerde und verschloss den Übergang von Holzkontstruktion und Betonplatte. Auf der Rückseite des Gewächshaus lag dieser Teil auf 3 Metern noch offen und kalte Luft konnte ungehindert von unten eindringen.

Folie und Holzkonstruktion sind nun von Erde bedeckt

Dann habe ich mir noch einen Tontopf und eine Gradkerze gekauft. Die Kerze hat eine Brenndauer von 110 Stunden und erhitzt den Tontopf, der über ihr liegt. Dieser strahlt die Wärme ins Gewächshaus ab und unterstützt die Heizung.

Mit diesem Setup werde ich noch ein wenig experimentieren, also wie viele Kerzen und Tontöpfe ich benötige.

Wenn das aber alles nichts bringt, werde ich eine Paraffin-Heizung* kaufen. Diese hat eine maximale Leistung von 2.000 kW und sollte das Gewächshaus bei tiefsten Temperaturen durch den Winter bringen. Aber diese Überlegung werde ich in einem anderen Beitrag beschreiben. Wir haben ja noch nicht einmal Mitte November. Aber der Plan ist zumindest schon einmal vorhanden.

Bringen die ersten Verbesserungen etwas?

Leider merke ich noch keine wirkliche Verbesserung zu gestern. Während der kältesten Periode des Morgens betrug die durchschnittliche Temperaturdifferenz 7,27 Grad Celsius.

Während ich jetzt diesen Beitrag schreibe (07.39 Uhr), notiere ich mir alle 10 Minuten die Temperaturen und kann nur eine durchschnittliche Temperaturdifferenz von 7,37 Grad feststellen. Die 0,1 Grad Unterschied können durch Messfehler entstehen und sagen nichts aus.

Was ist also der nächste Schritt? Noch mehr Tontöpfe und Grabkerzen kaufen. Eventuell lässt sich dann ein Effekt messen. Aber hier muss ich noch etwas tüfteln, da die Grabkerze natürlich immer kleiner wird und die Flamme sich immer weiter vom Tontopf entfern. Dieser wird nicht anständig warm und es bringt nichts.

Das war nun auch die erste schnelle Analyse wie sich das Gewächshaus bei Frost verhält. Sobald ich neue Erkenntnisse habe, werde ich sie selbstverständlich mit euch teilen.

Für die nächsten 8 Tage sind eher „warme“ Nächte von 3 bis 4 Grad vorhergesagt, was natürlich nicht bedeutet, dass es auch mal auf 0 – 1 Grad Celsius fallen kann. Aber für diese Temperaturen bin ich ja gerüstet.

Bis bald und frostfreie Gewächshäuser euch!

Michael


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