Das Fütterungsexperiment

Die erste Woche des Experiments ist vorbei und es gibt einen Zwischenstand. Falls du nicht weißt worum es geht, dann schau dir doch diesen Beitrag genauer an. Hier ist alles erklärt.

Woche 1

Es stellte sich heraus, dass es doch ziemlich kompliziert ist den kleinen Pflänzchen das Essen portionsgerecht zu servieren.

Während bei der Milchfütterung die große Schwierigkeit besteht kleine und größere Tröpfen aus der Spritze zu erhalten, sind die Brocken bei den roten Mückenlarven immer zu groß. Beim Fischfutter habe ich das Problem, dass das Zeug besser klebt als Pattex.

Es ist daher doch recht Mühsam die Pflänzchen zu füttern.

Rote Mückenlarven für Karnivoren*

Bei der Milch stellst sich auch heraus, dass die Tentakel nach der Fütterung nicht wieder funktionsfähig sind, sie bleiben an der Stelle, an der sich der Tropfen befand. Das muss ich beobachten und wenn es der Pflanze schadet, werde ich zunächst das Verhältnis von 1:9 auf 1:19 ändern. Sollte auch das nicht zum gewünschten Erfolg führen, muss ich die Milchfütterung abbrechen.

Bei den roten Mückenlarven ist es sehr schwierig kleine Portionen auf die winzigen Drosera Blätter abzulegen. Hier denke ich, werde ich es einmal mit trockenen Larven probieren.

Auch ist mir aufgefallen, dass die Brocken doch recht schnell trocknen. Ich muss das auch beobachten, ob die Pflanzen es gänzlich aufzehren können, bevor es anfängt zu schimmeln.

Aber man muss sagen, dass die Mückenlarven hervorragend angenommen werden.

Die Fischflocken hingegen kleben wie sau und man bekommt sie kaum auf das Blatt. Jedoch wird es restlos aufgelöst und es finden sich keine Reste auf den Blättern.

Nach einer Woche lässt sich zwar noch nicht viel zum Verlauf sagen. Aber die Pflanzen machen sich recht gut. Ich habe auch das Gefühl, dass sich die gefütterten Pflanzen nach einer Woche wesentlich besser entwickelt haben als die Kontrollgruppe ohne Fütterung.

Ergebnis nach einer Woche

Woche 2

Nachdem die Futterstücke aus der ersten Woche zu klein waren, habe ich nun größere Stücke genommen.

Und es war zu befürchten aber leider waren die Stücke zu groß und fangen an zu schimmeln. Einzig bei der Milchfütterung kommt es zu keinem Schimmelbefall.

Flocken fangen an zu schimmeln, da die Menge zu groß ist.

Meine Konklusio: Wieder kleinere Stücke nehmen aber auf wesentlich mehr Blättern verteilen. So erhält die Pflanze auf jeden Fall ausreichend Nährstoffe.

Von Vornherein war klar, dass die gefütterten Pflanzen einen Wachstumsvorteil haben werden. Die Kontrollgruppe wächst nicht sonderlich schnell und bei den anderen drei Gruppen ist ein starkes Wachstum zu verzeichnen.

Ganz klar zu erkennen ist das starke Wachstum der Gruppen 1 – 3.

Auch die Drosera filiformis ssp. filiformis kann ihr Wachstum nicht verstecken. Sie hat in der ersten Woche ein wenig Flockenmatsch und in Woche 2 Mückenlarven erhalten.

Woche 3 – 8

Die Fütterung der Karnivoren nimmer mehr Zeit in Anspruch als gedacht. Das Aufnehmen, Zerkleinern und Auftragen der Fischflocken ist dabei am zeitraubensten. Die Mückenlarven haben das Manko, dass sie so klein sind und schwierig platzieren lassen.

Die Pflanzen werden dabei immer größer und man kommt nicht mehr an alle heran. Das erschwert die Nahrungsgabe enorm.

Fischfutter für Karnivoren*

Außerdem würde sich eine Fütterung alle 14 Tage anbieten. Nach 7 Tagen sind sowohl Flocken als auch Mückenlarven noch vorhanden.

Die Milchgabe ist am einfachsten und bringt nach den ersten 8 Wochen die gleichen Ergebnisse wie das Fischfutter.

Bislang favorisiere ich die Milchfütterung, gefolgt von den roten Mückenlarven. Die Fischflocken eignen sich auch hervorragend aber durch den Gestank und die etwas komplizierte Fütterung würde ich das eher nur bei sehr kleinen Sammlungen machen.

Die Milchfütterung eignet sich übrigens auch zur Fütterung von Heliamphora, Nepenthes und Sararcenia.

Leider habe ich irgendwie Blattläuse eingeschleppt. Sie waren an Drosera capensis ‚alba und haben hier einigen Schaden angerichtet.

Zum Glück habe ich es bei allen anderen Pflanzen rechtzeitig entdeckt. Bei meinem Experiment konnte ich alle absammeln und bei ein paar anderen Schalen habe ich Kaliseife* angewendet und bin guter Dinge, dass auch hier die Plage eingedämmt wurde.

Woche 9 – 12

Es geht in Richtung Ende des Experiments! Und für einige Pflanzen sind die Töpfe bereits zu klein und sie sollten umgetopft werden.

Letztendlich kann ich zusammenfassen, dass D. capensis sowohl mit Mückenlarven, als auch mit Flockenfutter oder der Milchfütterung gleichermaßen wächst.

Ich persönliche bevorzuge die Roten Mückenlarven, denn diese kann man am besten portionieren.

Für die Milchfütterung braucht man eine sehr feine Spritze. Und man muss eine sehr ruhige Hand haben, um blo´ß keine all zu großen Tropfen auf den Blättern zu hinterlassen.

Spritzen mit sehr feiner Nadel und 1 ml Füllmenge*

Das Flockenfitter finde ich nicht sehr gelungen. Es stinkt zum Einen stark, zum anderen lässt es sich nur sehr schlecht zerteilen und auf den Pflanzen verteilen. Wenn du damit jedoch mehr Erfolg hast, dann nur zu!

In jedem Fall brauchst du neben dem Futter eine zusätzliche Lichtquelle. Nach nur wenigen Wochen wirst du dann eine sehr große Pflanze haben, die auch bald Blüten bilden wird.

Die nächsten Experimente

Ich vermute, dass diese Fütterung generell bei allen Drosera funktioniert. Mit fällt kein Grund ein, warum nicht.

Außer bei Drosera, die eine extreme Luftfeuchtigkeit, wie D. prolifera und ihre anderen Queensland-Karnivoren. Wenn man diese mit zu großen Stücken füttert, schimmelt die Nahrung und kann die Pflanze schädigen.

Hier experimente ich mit kleineren Stücken, die schneller verdaut werden.

Auch möchte ich versuchen, wie man Sarracenia-Sämlinge schneller wachsen lässt, da diese zu Beginn keine Nahrung kaufen, da sie in der Regel innerhalb der Wohnung kultiviert werden.

Wenn man es schafft, dass sie schneller wachsen und größere Schläuche ausbildet, dann hat man einen enormen Zeitvorsprung und die Pflanzen können wesentlich früher nach draußen und dort Beute fangen, was wiederum in schnellerem Wachstum resultiert.

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