Pflegehinweise Drosera slackii

Drosera slackii (cheek), ein eigentlich unscheinbarer Sonnentau unter den südafrikanischen Karnivoren. Diese Pflegehinweise schreibe ich unter anderem als Dankeschön an Jörg, der mir diese Pflanze zur Verfügung stellte mit der Bitte einen Beitrag und ein Video zu ihr zu erstellen.

Übrigens ist diese fleischfressende Pflanze relativ “neu”. Sie wurde von Frank Woodvine entdeckt und erst 1980 von Adrian Slack kultiviert. 1987 beschrieb Martin Cheek diese Pflanze und benannte sie nach A. Slack.

Natürlicher Standort

Drosera slackii ist leider nur endemisch vorkommend. In Südafrika gibt es nur zwei Standorte an denen sie anzutreffen ist. Zum einen im “Kleinrivier Mountains”, das ist afrikaans für “kleiner Fluss”, in der Nähe der Stadt Hermanus.

Der andere Standort ist das  Naturschutzgebiet Kogelberg, südlich von Kapstadt. Die torfhaltigen Böden sind dort immer feucht und D. slackii wird begleitet von Drosera capensis, Drosera aliciae und der äußerst interessanten Wanzenpflanze Roridula gorgonias.

Zu finden ist auch ein Wasserschlauch, Utricularia bisquamata.

Pflanzenbeschreibung

Drosera slackii Unterscheidung Drosera aliciae
Haarloses Blatt D. slackii

Auf den ersten Blick scheint diese Pflanze wie Drosera aliciae auszusehen. Doch dem geübten Blick fällt sofort auf, dass die Blätter auf der Oberseite der unteren Hälfte kahl sind, während D. aliciae hier Tentakel aufweist.

Die Rosette kann enorme Ausmaße annehmen. In der Literatur wird von bis zu 10 cm gesprochen. Dabei wächst D. slackii in die Höhe und die abgestorbenen Blätter scheinen einen dicken Stamm zu bilden.

Wenn ein Insekt gefangen wird, bewegen sich sowohl die Tentakel als auch die Blätter auf die Beute zu und umschließen sie vollkommen.

Die Blüten sind violett und bilden leider selten Samen aus. Ich hatte anscheinend Glück und meine Drosera slackii, die ich im Frühjahr etwas ramponiert erhielt, produzierte bereits im Spätsommer einige Samen. Hierdurch bildet Drosera slackii zwar ganze Teppiche aber ziemlich langsam.

Kultur

Als Substrat ist reiner Torf völlig ausreichend. Da dieser aber dazu neigt zusammenzufallen und dadurch Wurzelfäulnis zu begünstigen, empfehle ich eine Torf-Perlit-Mischung, wie sie in unserem Shop angeboten wird. Durch den Perlit-Zuschlag bleibt das Substrat luftdurchlässig.

Wie schon in der Pflanzenbeschreibung geschrieben, benötigt Drosera slackii sehr viel Sonnenschein, mehr als D. capensis und D. aliciae, um sich dunkelrot auszufärben.

Die Luftfeuchtigkeit sollte mindestens 50% betragen, wobei ein etwas höherer Wert noch besser vertragen wird. Zur Messung der Luftfeuchtigkeit nutze ich dieses kleine Messgerät: ThermoPro TP50*. Es hat sich sowohl draußen im Gewächshaus, als auch innerhalb der Wohnung bewährt und liefert zuverlässig Daten für kleines Geld.

Wenn du deine Luftfeuchtigkeit jedoch aufzeichnen möchtest, um einen Verlauf zu erkennen, dann empfehle ich dieses Gerät: Bluetooth-Sensor*

Die Überwinterung dieser fleischfressenden Pflanze geschieht wie bei Drosera capensis und Drosera aliciae. Sie kann durchkultiviert werden, wobei im Winter auf ein nur feuchtes Substrat geachtet werden sollte, um oberflächigem Pilzbefall vorzubeugen. Sie eignet sich daher hervorragend für die Fensterbank, sollte aber vor trockener und heißer Heizungsluft geschützt werden.

Die Mindesttemperatur beträgt 5 Grad und kurze “Schocks” bis 0 Grad werden ein paar Mal toleriert, solange es wieder schnell wärmer wird. Sollte die Pflanze bei diesen Schocks absterben, kann sie mit etwas Glück noch aus den Wurzeln neu austreiben.

Schädlinge und Krankheiten

Es kann vorkommen, dass sich Blattläuse an den meist jungen Blattachsen vergehen. Die großen Schädlinge kann man absammeln und sofort verfüttern aber wenn es zu viele werden, hilft nur noch eine „chemische“ Behandlung mit Kaliseife*. Dieses hilft auch bei (eher unwahrscheinlichem) Spinnmilbenbefall.

Wurzelfäule kann vorkommen und zwar, wenn das Substrat von Moos (nicht Sphagnum) überwuchert wird. Dieses verschließt die Oberfläche und es dringt kein Sauerstoff mehr zu den Wurzeln. Hier hilft nur regelmäßiges Umtopfen.

Trauermückenlarven könnten die Wurzeln beschädigen und zum Absterben der Pflanze führen. Günstige Gelbtafeln* helfen hier ungemein.

Gefangene Trauermücken auf Gelbtafel*

Die ausgewachsenen Mücken werden gefangen und können sich nicht vermehren. Schneller geht es mit Nematoden*. Diese legen Eier in die Trauermückenlarven und fressen diese von innen auf. Wenn es keine Larven mehr gibt, sterben die Nematoden. Eine Vermehrung der Trauermücke findet somit nicht statt. Am besten nutzt man beide Mittel.

Vermehrung

Sollte D. slackii Samen ausbilden, dann kann man diese einfach aussäen und es werden schnell kleine Pflänzchen sichtbar. Als besonders geeignet hat sich unser kleines Anzuchtgewächshaus erwiesen.

Ansonsten lässt sich diese Pflanze über Wurzelstecklinge und auch über Blattstecklinge vermehren.


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