Pflegehinweise Drosera binata

Eigentlich könnte ich zu jeder karnivoren Pflanze schreiben, dass sie einzigartig aussieht. Besonders auffällig bei Drosera binata ist, dass sie weder eine Rosette noch lange Tentakel bildet. Diese Pflanze bildet lange Stiele aus, an deren Ende sich die Tentakel befinden, die sich wiederrum aufteilen.

Es gibt Varianten, die sich nur einmal teilen. Dann gibt es jedoch auch Pflanzen, die sich sechs Mal oder öfter teilen! Ein Blickfang für jeden Moorkübel.

Die bekannteste Form der Drosera binata ist die „T-Form“. Heute wird so die 1792 entdeckte Drosera binata von Labillardiere genannt.

Drosera binata ‚multifida extrema‘, gehört aufgrund seiner immensen Verzweigungen zu den besten Insektenfängern im Drosera-Reich. Zu erwähnen ist auch die Variante multifida, die nicht ganz so extrem verzweigt wie die davor genannte.

Meiner Meinung nach ist diese Pflanze bedingt für Anfänger geeignet, da sie eine strenge Winterruhe benötigt. Aber ansonsten ist sie sehr robust und verzeiht grobe Fehler.

Natürlicher Standort

Drosera binata kommt ursprünglich aus Ost-Australien, Neuseeland und Tasmanien. Hier wächst sie auf Torf/Sand-Böden.

In den Blue Mountains bei Sydney auf knapp 1.000 Meter Höhe wächst die Drosera binata var. dichotoma. Grundwasser von den Hochebenen fließt Felswände herunter. An genau diesen feuchten Stellen besiedelt Drosera binata var. dichotoma die Wände.

Es gibt aber Streit unter Wissenschaftlern, ob dichotoma nur eine Variation ist oder eher als Subspezies klassifiziert werden müsste.

In den alpinen Regionen Tasmaniens wächst eine verkleinerte Form, die dicke fleischige Stängel und eine leuchtend rote Färbung aufweist. Dies sind zweifellos Anpassungen an die alpine Umwelt, wo hohe UV-Level und unvorhersehbare Kälteeinbrüche kleine, widerstandsfähige Pflanzen begünstigen.

Pflanzenbeschreibung

Die normale Drosera binata „T-Form“ hat einfach gegabelte Blätter. Dabei wird sie bis zu 40 cm hoch und bildet mit der Zeit einen undurchdringlichen Busch aus Fangorganen.

Drosera binata var dichotoma 2
Drosera binata var dichotoma

Die anderen Formen habe ich hier im Beitrag beschrieben.

Die Karnivore besitzt fleischige Wurzeln, die Wasser speichern, um Dürre auszuhalten und danach wieder neu auszutreiben.

Kultur

Drosera binata hat für Sonnentaue eine krude Eigenschaft. Diese Pflanze braucht Unmengen an direktem Licht. Ist es nicht ausreichend, werden lange und zerbrechliche Stiele gebildet, die bei geringstem Wind Richtung Boden wandern. Drosera capensis würde bei solchen Lichtverhältnissen sogar noch ziemlich an Farbe gewinnen.

Daher sollte die Pflanze nicht innerhalb der Wohnung kultiviert werden, sondern am besten draußen in einem Moorkübel. Innerhalb der Wohnung nur am Südfenster bei intensivem Sonnenschein.

Einen kleinen Nachteil hat dieser Sonnentau noch: direkten Regen mag er eigentlich gar nicht. Die dünnen Blattstiele brechen manchmal bei zu starkem Regen durch. Man kann der Pflanze aber unter die „Arme“ greifen und sie zwischen anderen Pflanzen im Moor kultivieren, die die Stiele stützen.

Drosera binata var dichotoma 2
Drosera binata var dichotoma

Eine Winterruhe ist für diese Pflanze, meiner Meinung nach, essentiell. Zwar kann sie warm durchkultiviert werden aber sie vergeilt und startet geschwächt ins neue Jahr.

Wie winterhart Drosera binata ist, fragst du dich? Unsere Pflanzen stehen immer draußen. Im Winter etwas geschützter aber dennoch der Natur ausgesetzt. Im Winter 2019/2020 hatte ich 16 7×7 cm Töpfe kleiner Drosera binata draußen vergessen. Sie waren gerade einmal ein halbes Jahr alt.

Mit der Zeit vertrocknete das Substrat, Fröste setzten ein. Sonne schien auf das Substrat und erwärmte es wieder. Im Frühjahr entdeckte ich die Töpfe und setzte sie wieder unter Wasser. Nach wenigen Wochen kamen aus fast allen Töpfen frische neue Pflanzen! Sie hatten diese Tortur überstanden. Seit daher gilt diese Pflanze für mich als beinahe unzerstörbar.

Wichtig ist auch die Nutzung eines großen Topfes. Das Wurzelwerk von Drosera binata wird riesig.

Und natürlich nicht vergessen: Immer im Anstauverfahren kultivieren und nur mit Regenwasser, destilliertem Wasser oder Osmosewasser gießen. Wie du letzteres herstellst, erkläre ich in diesem Beitrag: Link.

Schädlinge und Krankheiten

Es kann vorkommen, dass sich Blattläuse an den meist jungen Blattachsen vergehen. Die großen Schädlinge kann man absammeln und sofort verfüttern aber wenn es zu viele werden, hilft nur noch eine „chemische“ Behandlung mit Kaliseife*. Dieses hilft auch bei (eher unwahrscheinlichem) Spinnmilbenbefall.

Wurzelfäule kann vorkommen und zwar, wenn das Substrat von Moos (nicht Sphagnum) überwuchert wird. Dieses verschließt die Oberfläche und es dringt kein Sauerstoff mehr zu den Wurzeln. Hier hilft nur regelmäßiges Umtopfen.

Trauermückenlarven könnten die Wurzeln beschädigen und zum Absterben der Pflanze führen. Günstige Gelbtafeln* helfen hier ungemein.

Gefangene Trauermücken auf Gelbtafel*

Die ausgewachsenen Mücken werden gefangen und können sich nicht vermehren. Schneller geht es mit Nematoden*. Diese legen Eier in die Trauermückenlarven und fressen diese von innen auf. Wenn es keine Larven mehr gibt, sterben die Nematoden. Eine Vermehrung der Trauermücke findet somit nicht statt. Am besten nutzt man beide Mittel.

Vermehrung

Vermehren lässt sich diese Pflanze ziemlich effizient auf zwei Arten.

Zum einen über Samen. Wenn deine Pflanze, wie bei uns, ununterbrochen neue Blütenstände bildet, dann bietest du ihr optimale Bedingungen. Die Samen kannst du auch sofort aussäen. Wenn du wissen willst, wie das geht: [Wie säe ich Drosera-Samen aus?].

Die zweite Möglichkeit ist die Vermehrung über Wurzelstecklinge. Dafür nimmst du eine dicke Wurzel, trennst diese von der Mutterpflanze ab und steckst sie horizontal ins feuchtes Substrat. Nach einiger Zeit werden kleine grüne Punkte aus der Erde schauen und gen Himmel wachsen.


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