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Karnivoren für Moorkübel oder Moorbeet (absolut winterhart)

Du möchtest mit einem Moorkübel starten? Oder doch lieber gleich ein ganzes Moorbeet? Beides hat Vor- und Nachteile. Welches Karnivoren sich für die ganzjährige Kultur außerhalb der Wohnung eignen, zeige ich dir in diesem Beitrag.

Während der Moorkübel unter gewissen Umständen mobil bleiben und auch weniger winterharte Arten beherbergen kann, sollten in einem Moorbeet nur absolut winterharte Pflanzen ihre neue Heimat finden. Es sei denn, du bist bereit Aufwand zu betreiben und die empfindlichen Pflanzen vor starkem Frost zu schützen.

Absolut winterharte fleischfressende Pflanzen

Unsere drei bekannten Sonnentau-Arten Drosera rotundifolia, Drosera intermedia und Drosera anglica kommen aus unseren Breiten und sind auch strenge Winter gewohnt.

Drosera rotundifolia wächst im natürlichen Habitat zusammen mit Sphagnum. Dieses schützt es im Winter, wenn oberflächig die Blätter absterben und die Pflanze im Hibernakel die kalte Zeit übersteht.

Diese Eigenschaften haben auch D. intermedia und D. anglica.

Sobald es wärmer wird und die Sonne die Umgebung erwärmt, bilden sich neue Blätter. Ab Mitte Mai sind die Pflanzen häufig komplett aufgegangen. Die Blüten bilden sich dann auch bald und im August/September fallen dann die reifen Samen auf den Boden, wenn die Samenkapseln stärker berührt werden. Die Samen benötigen dann den Winter, um stratifiziert zu werden und im kommenden Frühjahr auszutreiben. Daraus ergaben sich binnen kurzer Zeit große Pflanzenteppiche.

Ein weiterer Sonnentau, der absolut winterhart ist, ist Drosera filifomis ssp. filiformis. Diese Karnivore kommt ursprünglich aus Nordamerika und ist äußerst robust. Nur bei Blattläusen hat sie ihr Kryptonit gefunden. Aber einfaches Besprühen mit diesem Spritzmittel* hilft sofort.

Diese Pflanze sollte nicht von Sphagnum überwachsen werden. Das Hibernakel ist äußerst empfindlich und schafft den Winter ohne die schützende Wirkung.

Auch hier können die reifen, braunen Samenkapseln ab September geerntet und im Moorbeet oder -kübel verstreut werden. Mit der Zeit erhält man einen wundervollen Anblick, wenn die Pflanzen mit ihren langen Tentakeln im Morgengrauen glitzern.

Sarracenia im Moorkübel und -beet

Aber nicht nur Drosera sind absolut winterhart, auch Schlauchpflanzen können draußen überleben.

Allen voran Sarracenia purpurea ssp. purpurea, die sich im Herbst bordeauxrot färbt und einen herrlichen Kontrast zum sonst grünen Sphagnum bietet, in welchem sie wächst.

Sarracenia purpurea ssp purpurea 1

Mit den Jahren kann sich ein Horst von über 1 Meter Durchmesser bilden. Also sollte man genügend Platz einplanen.

Im natürlichen Habitat wird das Moorgebiet regelmäßig geflutet und im Winter gefriert diese Fläche sogar.

Meine Pflanzen hingegen werden nicht geflutet. Sie stehen aber bis zum „Hals“ (Wuchspunkt) im Wasser, welches ebenfalls gefriert und ohne jeden Schutz. Die Pflanzen haben bei uns mehrere Tage bis zu -15 Grad erlebt und keine Schäden davongetragen.

Eine kanadische Standortvariante kann noch weit aus niedrigere Temperaturen überstehen.

Die Samen reifen im August/September und können dann ausgesät werden. Durch die Stratifikation treiben die Samen dann im Frühjahr, wie Drosera, aus.

Andere Sarracenia Arten sind nicht ganz so winterhart wie S. purpurea ssp. purpurea und brauchen einen Schutz bei sehr tiefen Temperaturen. Auf diese Pflanzen gehe ich in einem anderen Beitrag ein.

Pinguicula im Moorkübel und -beet

Etwas unscheinbar aber ebenfalls winterhart sind einige Fettkräuter, die im Frühjahr wunderschöne Blüten bilden und dem eigenen Moor sehr viel Farbe verleihen.

Selbstverständlich kann man hier keine mexikanischen Fettkräuter nehmen. Häufig trotzen sie leichten Minusgraden aber benötigen dafür absolut trockene Böden. Auch sind unsere Winter einfach viel zu dauernd, als das sie diese überleben würden.

Nein, wir müssen uns auf Arten konzentrieren, die in unseren Breiten gedeihen. Zum einen wäre hier Pinguicula vulgaris zu nennen. Dieses auch als gemeines Fettkraut bezeichnetes Gewächs kommt unter anderem auf Grönland in Kanada vor. Seine winterhärte wird hier jedes Jahr aufs Neue bewiesen. In den Allgäuer Alpen wächst es sogar auf einer Höhe von 1.965 Metern.

Neben Pinguicula alpina ist Pinguicula vulgaris das einzige Fettkraut, welches auch in Deutschland vorkommt.

Pinguicula alpina ist wahrscheinlich noch ein Stück robuster als P. vulgaris, da es noch weiter im Norden wächst und sogar auf 4.100 Meter Höhe (vollsonnig) gefunden wurde.

Die Vorkommen sind der gesamte nördliche Rücken Europas (Norwegen) bis Russland. Hier trennt der Fluss Lena die natürliche Verbreitung. In den Alpen Karpaten, im Himalaya und auch im Norden der Mongolei gibt es belegte Habitate.

Pinguicula alpina bildet zum Winter hin Brutzwiebeln aus welchen dann im Frühjahr neue Pflanzen austreiben. So entwickelt sich im Moorbeet oder -kübel innerhalb weniger Jahre große Ansammlungen dieser schönen Pflanze.

Als abschließendes Mitglied des winterharten Trios ist Pinguicula grandiflora vorzustellen.

Ähnlich wie die beiden anderen zieht sie sich im Winter in ein Hibernakel zurück und kommt mit viel Schwung aus dem Winterschlaf wieder heraus. Die sich bald darauf bildende Blüte ist dabei die größte des Trios.

Auch Pinguicula grandiflora vermehrt sich sehr schnell über Brutzwiebeln. Die Keimquote beträgt beinahe 100%. Die Pflanzenbrauchen dann zwei bis drei Jahr, bis zur ersten großen lila Blüte.

Nachdem ich den Beitrag teilte, bekam ich als Hinweis, dass Pinguicula vallisneriifolia ebenfalls winterhart ist. Diese Karnivre lebt im südlichen Spanien zwischen 130 und 1.700 Metern Höhe, entsprechend kalt sind die Winter.

Die Kultur ist etwas anspruchsvoll aber nicht unmöglich. Hier findest du weitere Informationen: https://www.gluch.info/pingu54.htm

Utricularia im Moorkübel und -beet

Eher unscheinbar und eigentlich nur im Fokus, wenn er blüht: Wasserschlauch (utricularia).

Unsere heimische Karnivore ist Utricularia vulgaris und sehr stark bedroht. Da sie in unseren Breiten wächst (aber auch bis Nepal), kommt sie mit eisigen Temperaturen sehr gut zurecht.

Es gibt aber noch ein paar weitere, die absolut winterhart sind:

  • Utricularia dichotoma
  • Utricularia cornuta
  • Utricularia juncea

Da sie aber auf der ganzen Welt wachsen, sollte man beim Kauf darauf achten, aus welcher Gegend die Mutterpflanze stammt. Zum Beispiel hat eine Utricularia cornuta aus der Südsee keine Winterhärte. Stammt sie aber aus Kanada, wird sie auch unsere Winter überstehen.


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2 Antworten auf “Karnivoren für Moorkübel oder Moorbeet (absolut winterhart)

  1. Hallo, sehr informativer Beitrag. Bei mir konnten jedoch absolut alle meine Sarracenia (Leucophylla, Alata, Flava, Purpurea, Oreophylla) ohne Problem überwintern. Obwohl schonmal Dauerfröste von 7 Tagen und bis -18 da waren, überlebten alle. Einige Ausfälle wegen Pilz/Wurzelfäulnis gabs jedoch immer. Bei Temperaturen unter -10 leg ich immer einen Flies über die Leucophyllas, Flavas und Alatas.

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