Pflegehinweise Drosera intermedia

Drosera intermedia (mittlerer Sonnentau) gehört irgendwie zu meinen Lieblingskarnivoren. Ich kann nicht genau sagen warum aber irgendwie finde ich ihn unglaublich faszinierend. Besonders die heterophylle Form, die immer grün bleibt, hat es mir angetan.

Er ist komplett winterhart und hervorragend an unser Klima angepasst. Das macht seine Kultur und Pflege auch für Anfänger praktikabel!

Und wenn man diese Art daheim kultiviert, schützt man sie vor dem Aussterben, denn sie ist in Deutschland geschützt, da ihr Lebensraum immer kleiner wird.

Sie wird sogar auf der Liste der besonders stark gefährdeten Arten geführt. Daher sollte diese Art am besten in jedem Moorkübel gepflanzt werden.

Natürlicher Standort

Die winterharten Varianten findet man in der nördlichen Hemisphäre Europas und Nordamerikas. Hier wächst die Pflanze in Sphagnummoos am Ufer, teilweise im Wasser.

In Deutschland zum Beispiel findet man diese Pflanze oftmals noch in den Harz-Mooren.

Tropische Varianten, die kein Hibernakel bilden, findet man in Südflorida, den Westindischen Inseln und in Südamerika.

Beim Kauf also genau darauf achten, welche Variante man ersteht.

Pflanzenbeschreibung

Drosera intermedia bildet eine bodenständige Rosette mit einer Gesamthöhe von bis zu 10 cm, wobei die winterharten Arten kleiner werden. Besonders große Varianten wachsen in New Jersey und Carolina (Nord- wie Süd)

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Drosera intermedia, Foto: Noah Elhardt

Die Pflanze erscheint im Frühjahr aus einer Winterknospe, dem so genannten Hibernakel.

Der mittlere Sonnentau zeichnet sich durch viele hauchdünne, mit einem klebrigen Sekret besetzte Tentakel auf den spatelförmigen Fangblättern, die auf langen, glatten Blattstielen sitzen, aus.

Die Blütezeit ist von Juli bis August mit 3 bis 8 weißen Blüten, an einem bis zu 15 cm hohen Blütenstand sitzen. Teilweise werden auch mehrere Stiele gebildet. Nach der Blüte und der Ausbildung der Kapseln mit sehr vielen, kleinen Samen tritt die Pflanze im frühen Herbst (je nach Temperatur auch erst Mitte Oktober) in die Winterruhe ein, indem Drosera intermedia eine Winterknospe (Hibernakel) bildet und die Blätter absterben.

Kultur und Pflege

Generell ist diese Pflanze ziemlich einfach zu kultivieren. Drosera intermedia braucht nur Sonne, Torf und ein paar Insekten. Im Winter braucht die Pflanze eine strenge Winterruhe und schon wächst sie wie verrückt!

Aber der Reihe nach.

Der mittlere Sonnentau gedeiht am besten draußen. Du kannst ihn natürlich auch innerhalb der Wohnung kultivieren, dann aber müsstest du ihn ab Ende September kühler stellen und ab November bis Februar bei 0 – 5 Grad kühl halten. Im März müsste Drosera intermedia langsam wieder wärmer gehalten werden, bis sie ab April wieder am Südfenster ihren Platz einnimmt. Aber damit man dieses ganze Prozedere nicht durchmachen muss, könnte man eine Varität aus Südamerika kaufen. Dieses benötigt – wie bereits geschrieben – keine Überwinterung.

Draußen im Moorbeet gedeiht D. intermedia hervorragend in reinem Torf, innerhalb der Wohnung wäre ein Torf-Perlit-Gemisch zu empfehlen.

Drosera intermedia benötigt eine strenge Winterruhe, die man nicht aussetzen kann. Ab Ende September zieht sich die Pflanze zurück und bildet ein Hibernakel. Im Frühjahr kommen dann daraus die neuen Blätter.

Direkte Sonne liebt D. intermedia am liebsten den ganzen Tag. In unseren Breiten ist die Intensität jedoch nicht so stark wie zum Beispiel am Naturstandort von Dionaea muscipula.

Am besten gedeiht der mittlere Sonnentau in Sphagnum-Moos. Dieser spendet Feuchtigkeit uns schützt das Hibernakel im Winter vor direktem Frost und kaltem Wind.

Schädlinge und Krankheiten

Es kann vorkommen, dass sich Blattläuse an den meist jungen Blattachsen vergehen. Die großen Schädlinge kann man absammeln und sofort verfüttern aber wenn es zu viele werden, hilft nur noch eine „chemische“ Behandlung mit Kaliseife*. Dieses hilft auch bei (eher unwahrscheinlichem) Spinnmilbenbefall.

Wurzelfäule kann vorkommen und zwar, wenn das Substrat von Moos (nicht Sphagnum) überwuchert wird. Dieses verschließt die Oberfläche und es dringt kein Sauerstoff mehr zu den Wurzeln. Hier hilft nur regelmäßiges Umtopfen.

Trauermückenlarven könnten die Wurzeln beschädigen und zum Absterben der Pflanze führen. Günstige Gelbtafeln* helfen hier ungemein.

Gefangene Trauermücken auf Gelbtafel*

Die ausgewachsenen Mücken werden gefangen und können sich nicht vermehren. Schneller geht es mit Nematoden*. Diese legen Eier in die Trauermückenlarven und fressen diese von innen auf. Wenn es keine Larven mehr gibt, sterben die Nematoden. Eine Vermehrung der Trauermücke findet somit nicht statt. Am besten nutzt man beide Mittel.

Vermehrung

Die Vermehrung geschieht am einfachsten über Samen. Ernten sollte man sie erst, wenn die Ei-förmige Blüte fast komplett schwarz ist. Dann muss man sehr vorsichtig sein, denn die Kapsel steht unter enormer Spannung!

Die kleinen schwarzen Samen sollte man sofort aussäen. Dann keimen die Pflanzen bereits nach wenigen Wochen bei ausreichend Licht und Luftfeuchtigkeit. Die jungen Sämlinge sollte man dann innerhalb der Wohnung überwintern, da sie Frösten noch nicht standhalten können.

Wenn man das nicht möchte, dann kann man die Samen den Winter über kühl lagern (am besten im Kühschrank) und dann im Frühjahr aussäen.

Am besten sät man die Samen sofort auf Torf aus und stellt das Gefäß in den Kühlschrank. Im Frühjahr stellt man das Gefäß dann nach draußen. ODder, wenn man die Möglichkeit hat, stellt man das Torfgefäß den Winter über nach draußen.

In allen Fällen muss das Substrat feucht gehalten werden.


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