Sonnentau zusätzlich füttern? Ein Experiment

Sollte man einen Sonnentau (Drosera) zusätzlich füttern, damit die Pflanze schneller wächst und/oder sich prächtiger entwickelt?

Diese Frage habe ich mir schon länger gestellt, da ich ich natürlich a) Pflanzen schneller wachsen lassen will und b) eventuell erhalte ich damit schönere Pfanzen, da sie regelmäßig mit Nährstoffen versorgt werden und das bedeutet, dass ihr auch richtig tolle Pflanzen erhaltet!

Bei manchen Pflanzen ist es zudem erforderlich, zum Beispiel bei Drosera finlaysoniana, damit die Pflanze sich schnell entwickelt und selbstständig Insekten fangen kann.

Ich werde einen kleinen und länger andauernden Test anlegen. Dabei möchte ich beobachten, wie sich Drosera capensis unter mehr oder weniger „Laborbedingungen“ mit unterschiedlichen Futter entwickelt.

Warum Drosera capensis?

Drosera capensis
Drosera capensis

Ich wollte zunächst eine meiner 50 umgetopften Drosera filiformis ssp. filiformis nehmen. Erst eine Minute später fiel mir ein, dass diese sich aber bald in ihr Winterhibernakel zurückzieht und der Test damit unterbrochen werden muss.

Es musste daher eine südafrikanische Art sein, denn diese kann man durchkultivieren und ich habe auch schon sehr gute Erfahrungen mit ihnen unter Kunstlicht machen können.

Die Pflanzen werden, wie bereits erwähnt, unter Kunstlicht (6h täglich) und bei ca. 25 Grad kultiviert. Nachts sinkt die Temperatur auf gut 18 Grad ab.

Als Kunstlicht verwende ich übrigens eine „45“ Watt LED-Pflanzenlampe. Real werden nur 26 Watt verbraucht. Aber mit 25-30 cm Abstand zu den Pflanzen erhalte ich seit Jahren richtig geniale Ergebnisse.

Die Seiten sollte man am besten noch mit Alufolie (vorher knittern) auskleiden. Das macht das ganze Vorhaben effizienter.

Dionae muscipula wird tief rot, D. capensis/aliciae/spatulata werden ebenfalls rötlich, bilden große Fangtropfen aus. Sarracenia-Samen keimen darunter (nach Stratifikation) und bilden sehr schnell neue Schläuche.

Ich kann diese Rot/Blau-Beleuchtung uneingeschränkt empfehlen!

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45 Watt Pflanzennlicht im Einsatz*

Welches Futter wird benutzt?

Ich habe mich für 4 Probanden entschieden, die alle 7 Tage gefüttert werden. Drei davon erhalten Nährstoffe tierischen Ursprungs. Ein Test mit Pflanzenproteinen könnte auch interessant sein, fällt mir gerade beim Schreiben dieser Zeilen ein. Könnte ein neuer Versuch werden.

Zurück zu den Probanden:

  • Die erste Gruppe erhält eine Milch (3,8%)/Wasserlösung im Verhältnis 1:9
  • Gruppe 2 erhält rote Mückenlarven*
  • Gruppe 3 wird mit Fischflockenfutter* gefüttert
  • Die letzte Gruppe erhält kein zusätzliches Futter

Woche 1 – Start 08. August 2021

Ich starte das Experiment am 08. August 2021 und möchte es für 12 Wochen ansetzen.

Die Mückenlarven und Flocken lasse ich vorher in Wasser einweichen, damit sie von der Pflanze besser aufgenommen werden können.

Außerdem ist mir bei den Mückenlarven aufgefallen, dass man nicht nur eine nehmen sollte. Sobald die Pflanze diese nämlich mit ihren Tentakeln umschlungen hat, ist der kümmerliche Rest kleiner als eine Trauermücke. Und die sind bereits winzig.

Fütterung mit roten Mückenlarven

Vorteil natürlich, dass nichts anfängt zu schimmeln. Nachteil: Die Nährstoffmenge ist marginal bis kaum messbar. Daher werde ich größere Mengen nutzen.

Was mir auch noch aufgefallen ist. Fischflocken muss man unbedingt befeuchten und nicht einfach auflegen. Die Tentakeln bewegen sich nicht auf diese zu. Erst nachdem ich sie befeuchtete, begann der Verdauungsprozess.

Bei ersten Versuchen konnte ich keinen Unterschied zwischen Mückenlarven und Flocken erkennen. Die Blätter und Tentakel waren gleichermaßen gierig. Nur dass die Flocken so schnell austrocknen, stimmt mich nachdenklich. Denn zu vertrockneten Flocken haben sich keine Tentakel bewegt.

Daher werde ich zukünftig nur noch im Dunkeln füttern. Die LEDs lassen das Futter ansonsten zu schnell austrocknen.

Milchfütterung, mit Spritze aufgetragen

Bei der Milch ist mir ebenso aufgefallen, dass die Tentakel sich sofort auf den Weg zur Beute gemacht haben. Die Krümmung der Blätter aber ist nicht so enorm wie bei den anderen beiden.

Die Versuchsreihe

Auf dem Foto siehst du die Probanten. Von links nach rechts sind die Gruppen 1, 2, 3 & 4 angeordnet.

In 14 Tagen werden ich erneut berichten. Also wiederkommen oder schau doch einfach auf meinem YouTube-Kanal vorbei: TödlicheFallen


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2 Antworten auf “Sonnentau zusätzlich füttern? Ein Experiment

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