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Foliengewächshaus im Winter heizen – Privatinsolvenz?

Meine werten Karnivorenfreunde und jene, die sich für ein Foliengewächshaus interessieren!

Letztes Jahr im August habe ich mein Gewächshaus aus Holz und Gewächshausfolie gebaut, wohlwissend, dass es im Winter zusätzliche Anstrengungen benötigen wird.

Die Idee war, meine Anzahl Pflanzen zu vergrößern und sie vor der rauen Umwelt zu schützen. Vorher hatte ich sie ja auf einem Balkon kultiviert.

Die Pflanzen, die ich züchte, sind ja mehrheitlich nicht aus unseren Breitengraden und brauchen daher im Winter zusätzliche Aufmerksamkeit.

Die Sarracenien zum Beispiel benötigen eine strenge Winterruhe, während die südafrikanischen Drosera durchkultiviert werden können aber zu einer kleinen winterlichen Verschnaufpause nicht nein sagen. Daher war die Idee, dass auch die Drosera im Gewächshaus überwintern und ich mir das künstliche Licht sparen könnte.

Ich ging davon aus, dass der Winter wie die vorangegangenen eher milder wird. Pustekuchen. Es wurde einer der kältesten der letzten Jahre und mein Foliengewächshaus wurde herausgefordert.

Grundlegende Idee

Da mein Gewächshaus unter anderem aus Kostengründen keine Doppelstegplatten besitzt, sondern eine 0,2 mm dicke Gewächshausfolie, musste ich im Winter anderweitig isolieren.

Am besten eignet sich hierfür eine Noppenfolie mit 30 mm großen Noppen, denn Luft bietet eine hervorragende Isolierung. Ich hatte diese mit einem Abstand von 6 cm zur Folie befestigt. Ob es nicht eventuell besser gewesen wäre die Noppenfolie näher an der Folie zu befestigen, werde ich erst nächsten Winter testen.

Foliengewaechshaus-Noppenfolie-wird-entfernt
Foliengewächshaus Noppenfolie

Vor- und Nachteil ist der Standort. Das Gewächshaus steht sehr windgeschützt, bekommt aber leider nicht viel Sonne ab. Je weniger Wind auf die Fläche fällt, desto geringer ist auch der Wärmeverlust.

Eine Heizung im Inneren sollte die Temperatur auf mindestens sechs Grad halten. Dabei übernimmt ein Temperaturfühler die Messung und bei Unterschreitung der Mindesttemperatur leitet das Messgerät Strom zur Heizung, die auf 750 Watt (von maximal 2.000 Watt) eingestellt war.

Ich erhoffte mir mit der Kultur im Gewächshaus, dass die Pflanzen ihre Winterruhe erhalten und ich sie nicht mit Kunstlicht im Keller überwintern muss. Vor allem ging es mir hier um die wärmeliebenden Drosera.

Probleme

Mein größtes Problem: Dass die Gewächshausfolie am Eingang nicht ganz dicht war und auch die Noppenfolie nicht eng anlag. Daher gab es hier enorme Wärmeverluste, die ich nächsten Winter unbedingt verhindern muss.

Folie liegt einfach auf, Luft kann ungehindert entweichen

Außerdem hatte ich mit extremer Luftfeuchtigkeit zu kämpfen, da ich anfangs noch viel zu viel Wasser im Gewächshaus hatte. Außerdem war die Isolierung dermaßen gut, dass die Luftfeuchtigkeit nicht entweichen konnte.

Vorallem die eher kalten Temperaturen von gerade einmal 6 Grad, die hohe Luftfeuchtigkeit und die geringe Sonnenintensität machten den Drosera ziemlich zu schaffen. Leider verlor ich sehr viele. Daher mussten diese nach einiger Zeit in die Wohnung und unter Kunstlicht kultiviert werden.

Künstliche Beleuchtung Sarracenia Rhizom
Künstliche Beleuchtung innerhalb der Wohnung*

Ach ja, dass der Winter so lang und kalt war, hatte ich nicht gerechnet. Eigentlich sollte die Noppenfolie bereits Anfang April deinstalliert werden. Nun wurde es zu Mitte Mai.

Umsetzung der einzelnen Schritte

Die Noppenfolie wurde in möglichst lange Bahnen geschnitten, denn jede Unterbrechung ist eine potentielle Lücke, durch die Kälte eindringen könnte. Durch eine Überlappung von 10 cm und Fixierung von zwei Folien mit transparentem Klebeband, schloss ich auch die Lücke zwischen zwei Bahnen.

Befestigt wurde die Folie dann mit Torx-Schrauben (20mm) und Unterlegscheiben.

Die Heizung* hing am Temperaturfühler* und zwei 120 mm Lüfter waren auf diese ausgerichtet. Die aufsteigende warme Luft wurde schneller im Gewächshaus verteilt und half die Stromkosten zu senken.

Mit intelligenten Steckdosen*, die den Verbrauch digital aufzeichneten, konnte ich die Kosten sehr genau ermitteln.

Zwei Thermometer zeichneten die Temperaturen im 10 Minuten Takt auf. Ein Thermometer war im Gewächshaus installiert, ein anderer draußen im geschützen Schuppen.

Kosten der Materialien

Materialkosten total: 149,78 EUR

Da ich diese Ausstattung nicht nur ein Jahr lang benutzen werde, nehme ich eine kalkulatorische Nutzungsdauer von 48 Monaten an. Das sind fixe Kosten von 37,45 EUR pro Jahr.

Der Stromverbauch lag bei 326,63 kWh & bei Kosten von 0,276 EUR je kWh hatte ich 90,15 EUR variable Kosten.

Das bedeutet, dass ich für das erste Jahr Kosten in Höhe von 127,60 EUR hatte.

Am 11.10.20 ging die Heizung das erste Mal in Betrieb, am 23.03.21 schaltete sie das letzte Mal ein. Insgesamt 117 Mal ging sie dabei an. Auf die variablen Stromkosten umgemünzt: 77 Cent wurden am Tag fällig.

Meiner Meinung nach ist das echt nicht teuer. Besonders nicht, wenn ich mir die Sammlung ansehe, die dadurch erhalten bleibt.

Sarracenien, Venusfliegenfallen und winterharte Drosera im Foliengewächshaus

Im nächsten Winter wird es aber noch günstiger. Ich werde die Drosera in den Keller verfrachten und nur die winterharten Pflanzen kommen ins Gewächshaus. Die Temperatur wird dann auf mindestens 2 (statt 6) Grad eingestellt was die Kosten für Energie stark senken wird.

Aber gleichzeitig muss ich für die Drosera eine künstliche Beleuchtung installieren, die widerum Strom frisst. Hier rechne ich mit knapp 60 Cent täglich & bei gut 120 Tagen sind es gerade einam 72 EUR. Auch nicht sehr teuer.

Falls du weitere Fragen zum Gewächshaus hast, kommentier doch einfach oder schreib mir eine Mail.


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