Ich will eine Heliamphora!

Nachdem ich einen Beitrag (Pflegehinweise Heliamphora) verfasst hatte, überkam mich die Lust mir so eine Pflanze anzuschaffen.

Wenn man sich aber die Kulturbedingungen ansieht, dann ist diese Pflanze leider nichts für den gemeinen Anfänger.

Die Temperatur sollte tagsüber bei 25 Grad liegen und hohe Lichtintensität entspricht ebenfalls den natürlichen Kulturbedingungen. Dass die Luftfeuchtigkeit hoch ist, versteht sich von selbst.

Um diese Bedingungen zu bieten, bedarf es nicht viel. Ein Glasterrarium, Lichtpanel, Lüfter zur Umwälzung, Sphagnum. Nicht sehr kompliziert.

Leider wird diese Pflanze nachts kompliziert. Denn am natürlichen Standort fällt die Temperatur täglich, je nach Jahreszeit, auf 5 – 10 Grad ab. Es gibt unterschiedlichste Methoden und ich möchte in diesem Beitrag meine Versuche dokumentieren. Und sobald ich eine zufriedenstellende Lösung gefunden habe, werde ich mir eine Heliamphora (Sumpfkrug) zulegen.

Das Behältnis & erster Versuch

Meinen ersten Versuch habe ich wie folgt gestaltet: Damit ich die Temperatur nachts ohne große Kosten senken kann, habe ich mich für Eispads entschieden.

Diese sollen abends um 22 Uhr eingelegt und morgens um 6 sollen sie wieder herausgenommen werden. In dieser Zeit sollen sie das Terrarium so stark wie möglich abkühlen.

Einen ersten Test habe ich gemacht ohne jegliche Isolierung.

Einzig ein paar Pizzakartons habe ich aufgelegt. Und die Kühlpads stehen auf Kartonage.

Die Temperatur konnte ich von 20.5 Grad auf 17.5 Grad für ca. 3 Stunden senken.

Der nächste Versuch

Beim zweiten Versuch habe ich ein wenig besser isoliert. Ungefähr 4 mm Kartonage befinden sich direkt am Glas. Nur die Vorderseite ist offen, schließlich will ich die Pflanzen ja sehen.

Diese Isolierung ist auf jeden Fall effizienter, ich konnte die Temperatur sogar auf unter 16,7 Grad für über 5 Stunden senken. Die Differenz zur Außentemperatur betrug dabei 3,4 Grad Celsius

Gut zu erkennen ist das Einsetzen der Kühlpads um 21:30 Uhr, morgens um 7:30 Uhr habe ich sie wieder herausgenommen.

Die Kühlleistung der Pads ließ um 01:30 Uhr nach. Ich konnte die Temperatur also ganze 4 Stunden ohne nennenswerte Isolierung halten.

Wenn ich das Bild so betrachte, dann sieht das echt katastrophal aus. Aber ist ja auch nur ein weiterer Test.

Die nächsten Verbesserungen stehen an

Als nächstes steht eine Isolierung mit 30mm dickem Styropor an. Dieser soll, wie die Kartonage auf dem Bild, überall am Glas befestigt werden.

Die Terrienabdeckung soll ebenfalls aus Styropor bestehen. Nur mache ich mir Sorgen, dass die Luft innerhalb des Terrariums nicht zirkulieren kann. Daher werde ich eventuell am Tag keinen Deckel nutzen, so dass die Luft nach oben hin austreten kann. Ein 120 mm Lüfter bläst alle 15 Min die Luft einmal durch.

Nachts hingegen kommt ein Styropordeckel drauf. Vielleicht sogar an die Front, um einen maximalen Kühleffekt zu erreichen. Das muss ich aber zunächst einmal testen.

Terrarium umgeben von 30 mm dickem Styropor

Gesagt, getan. Ich war im Baumarkt und habe mir Styropor besorgt. Mit einer neuen Teppichmesserklinge konnte ich die Teile ausschneiden.

Geklebt habe ich sie mit Leim. Laut Obi kann man das indoor so bewerkstelligen. Bin auf morgen Früh gespannt, wenn der Leim trocken ist.

Nachdem alles fixiert war, habe ich noch eine 10 mm dicke Styroporplatte als Deckel ausgeschnitten, aufgelegt und beschwert, damit sie auch bündig liegt.

Natürlich habe ich vorher die Kühlpads hineingelegt. Und siehe da, die Temperatur sank von 21,4 Grad auf 19,75 in gerade einmal 10 Minuten und auf 17 Grad innerhalb von 35 Minuten.

Zum Vergleich die Isolierung nur aus Kartonage (blau) und dann das Ergebnis mit der neuen Isolierung aus Styropor (grau).

Die Temperatur konnte ich für 4:20 Stunden auf unter 15 Grad senken!

Was ich als nächstes testen möchte:

  • einen dritten Kühlakku
  • Zwei Akkus und gleichzeitig 2 cm Wasser
  • Zwei Akkus und Pflanzen/Moos, um die Wirklichkeit zu simulieren.

Die nächsten Tests

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